Kennst du diese Tage? Der Bauch krampft, dir ist übel, manchmal musst du dich sogar übergeben. Du liegst mit der Wärmflasche im Bett, und selbst das hilft kaum. An Arbeit, Kinder oder Verabredungen ist nicht zu denken. Und dann ist da dieser Satz, den du seit deiner Jugend hörst: „Regelschmerzen hat doch jede. Stell dich nicht so an.“
Viele Frauen glauben diesen Satz irgendwann selbst. Sie werfen die nächste Ibu ein und funktionieren weiter.
Starke Regelschmerzen sind weit verbreitet. Ein Muss sind sie deshalb nicht.
Was in deinem Körper wirklich passiert
Ein kurzer Blick in deinen Körper hilft, den Schmerz einzuordnen. Ein bisschen Ziehen gehört zur Periode dazu. Starke Schmerzen aber, die dich einen ganzen Tag ins Bett zwingen, sagen dir etwas: Dein Körper ist aus dem Gleichgewicht geraten und braucht Unterstützung.
Kurz erklärt: Prostaglandine
Wenn deine Periode beginnt, löst sich die Gebärmutterschleimhaut. Dafür zieht sich die Gebärmutter zusammen, ausgelöst von Botenstoffen mit dem Namen Prostaglandine. Bildet dein Körper viele davon, wird der Krampf stärker. Die Gebärmutter bekommt für einen Moment weniger Sauerstoff, und genau das tut weh. Dieselben Botenstoffe sorgen oft auch für Übelkeit, Kopfschmerzen oder Durchfall.
Was Stress damit zu tun hat
Was viele nicht wissen: Wie stark diese Prostaglandine ausfallen und wie sehr dich der Schmerz trifft, hängt auch von deinem Nervensystem ab.
Wenn du über Wochen und Monate unter Strom stehst, immer verfügbar, immer am Funktionieren, mit wenig echter Erholung, bleibt dein Körper im Alarmzustand. Er stellt dann vor allem das Stresshormon Kortisol her. Das geht auf Kosten von Progesteron, deinem ruhigen, ausgleichenden Zyklushormon. Fehlt dieses Progesteron, können Schmerzen und Entzündungen rund um die Periode zunehmen. Dazu kommt: Unter Dauerstress spürt dein Körper denselben Reiz stärker.
So gesehen ist der Schmerz eine Antwort. Eine Antwort auf ein Zuviel. Oft auf ein Leben, in dem du lange die Letzte auf deiner eigenen Liste warst.
Was hinter deinen Regelschmerzen noch steckt
Genau das erlebe ich immer wieder, wenn ich Frauen mit Regelschmerzen begleite. Sie kommen zu mir und wollen eigentlich nur eins: dass der Schmerz aufhört. Das ist so verständlich. Doch wenn wir genauer hinschauen, zeigt sich oft, dass hinter den Beschwerden noch etwas anderes liegt. Alte Wut, die nie raus durfte. Kummer, der lange keinen Platz hatte. Das Gefühl, als Frau immer funktionieren zu müssen und dabei kaum noch zu spüren, was man selbst eigentlich braucht.
Viele Frauen haben irgendwann gelernt, vor allem zu funktionieren und den eigenen Körper dabei zu übergehen. Wenn eine Frau dann wieder mehr bei sich ankommt, sich abgrenzt und ihren Gefühlen Raum gibt, verändert sich in meiner Erfahrung oft auch, wie sie ihre Periode erlebt. Dein Schmerz ist echt und körperlich. Und gleichzeitig gehört er zu deiner Geschichte, weil Körper und Seele zusammengehören.
Eine Frau, die ich begleitet habe
Eine Frau, die zu mir kam, hatte jeden Monat so starke Regelschmerzen, dass ihr übel wurde und sie sich übergeben musste. Ganze Tage verbrachte sie mit der Wärmflasche im Bett, und auch das blieb eine Qual.
Zu Beginn hatte sie kaum Verbindung zu ihrem Körpergefühl. Sie hatte gelernt, vor allem zu funktionieren. Wir haben über einen längeren Zeitraum zusammengearbeitet. Sie reagierte sehr gut auf ein homöopathisches Mittel, das ich für sie und ihre Konstitution ausgesucht hatte. Genauso wichtig waren unsere Gespräche über ihre Schwierigkeiten zu Hause. Sie lernte, sich abzugrenzen, ihren Selbstwert zu stärken und sich mit ihrer Weiblichkeit zu verbinden.
Mit der Zeit wurde sie weicher. Sie kam mehr bei sich an und ging ihre erste Beziehung ein, die schön und stabil wurde. Ihre Schmerzen ließen deutlich nach. Zurück kamen sie vor allem in stressigen Phasen, wenn bei der Arbeit der Druck stieg und sie schlecht für sich sorgen konnte. Ihr Körper zeigte ihr ziemlich genau, wann sie sich selbst wieder aus dem Blick verloren hatte.
⚠️ Wann du genauer hinschauen lässt
So ernst ich jeden Schmerz nehme: Manchmal steckt mehr dahinter. Wenn deine Schmerzen sehr stark sind, von Zyklus zu Zyklus zunehmen, dich regelmäßig ausfallen lassen oder wenn Sex oder Stuhlgang wehtun, ist es wichtig, das ärztlich abklären zu lassen. Eine Endometriose zum Beispiel braucht eine Diagnose. Dein Körper hat ein Recht darauf, ernst genommen zu werden. Von deiner Ärztin und von dir.
Was deinem Körper jetzt guttun kann
Die gute Nachricht: Du bist deinem Schmerz nicht ausgeliefert. Es gibt sanfte Wege, deinen Körper zu unterstützen.
- Wärme entspannt die Gebärmutter und löst Krämpfe. Die Wärmflasche ist mehr als Trost.
- Magnesium hilft der Muskulatur, loszulassen. Viele Frauen erleben es als echte Entlastung.
- Omega-3 aus Leinöl, Algen oder fettem Fisch kann die entzündungsfördernden Prostaglandine bremsen.
- Stabiler Blutzucker entlastet deine Hormone: regelmäßig essen, viel Gemüse und Salat, genügend Eiweiß.
- Heilpflanzen wie Frauenmantel und Schafgarbe werden traditionell begleitend eingesetzt.
- Dein Nervensystem braucht Ruhe: echte Pausen, guter Schlaf, sanfte Bewegung, bewusste Atemzüge.
All das ist eine Einladung, dich selbst wieder wichtiger zu nehmen. Wenn du noch mehr konkrete Wege suchst, schau auch in meinen Artikel Starke Periodenschmerzen lindern.
Für die akute Stunde
Für genau diese schweren Stunden habe ich etwas gebaut, das dir sofort zur Seite steht: meine kostenlose Erste-Hilfe-Tasche. Eine kleine Web-App für dein Handy mit elf natürlichen Soforthilfen, von Atemübungen bis zu geführten Audios mit meiner Stimme. Du wählst aus, was du gerade spürst, und hast in dem Moment etwas an der Hand, statt allein dazusitzen.
Wenn die Beschwerden tiefer sitzen, lohnt sich ein persönlicher Blick. In meiner Praxis arbeite ich dann auch mit klassischer Homöopathie, abgestimmt auf deine Konstitution. Das gehört in eine persönliche Begleitung und ist nichts für die Selbstbehandlung.
🌼 Mein Tipp
Eine Bachblütenmischung für die seelische Seite
Was viele nicht auf dem Schirm haben: Regelschmerzen lassen sich auch über die Gefühlsebene begleiten. Bachblüten setzen genau da an. Für das, was bei Regelschmerzen oft mitschwingt, mische ich gern:
- Weide (Willow) – wenn alte Wut und Groll lange keinen Platz hatten
- Tausendgüldenkraut (Centaury) – wenn Abgrenzen und Neinsagen schwerfällt
- Springkraut (Impatiens) – bei innerer Anspannung und Ungeduld
- Walnuss (Walnut) – um in Veränderung bei dir zu bleiben
Vier Tropfen der fertigen Mischung mehrmals täglich, besonders in den Tagen vor deiner Periode. Welche Blüten zu dir passen, ist individuell. In einer Begleitung stelle ich die Mischung genau auf dich ab.
Du musst das nicht weiter aushalten
Wenn du hier liest und denkst „genau so ist es bei mir“, dann ist das ein guter Anfang. Dein Körper möchte dir etwas sagen. Er zeigt dir ziemlich genau, wo du gerade stehst. Wie eng dein Zyklus mit deinem Alltag verwoben ist, spürst du auch in den Tagen vor deiner Periode, der Lutealphase.
Wenn du verstehen möchtest, was hinter deinen Regelschmerzen steckt und was zu dir und deinem Körper passt, dann lass uns sprechen. In einem kostenfreien Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, was du brauchst. Du darfst dir dabei Zeit lassen.



