PCOS-Typen (PMOS): Warum ich nicht nur auf deine Werte schaue

Welcher PCOS-Typ bist du, und was sagt dein Körper damit über dich?
Eine junge Frau sitzt in eine Decke gehüllt und trinkt ein Glas Wasser, daneben das Zitat „Stress habe ich eigentlich wenig.“

Lesezeit: 7 Minuten

Worum es hier geht

Du bist müde, obwohl du genug schläfst, dein Zyklus kommt, wann er will, und du wünschst dir nur eins: Dich in deinem Körper wieder wohlzufühlen. Vielleicht hast du schon Diäten, Sport und die Pille ausprobiert. Doch woran liegt es, dass sich so wenig verändert? PCOS zeigt sich bei jeder Frau anders. Darum schaue ich nicht nur auf deine Werte, sondern auch auf das, was dein Körper über dich sagt.

Was du in diesem Artikel erfährst

  • welche PCOS-Typen es gibt
  • ob Stress PCOS auslösen kann, auch ohne Insulinresistenz
  • warum man PCOS bekommt und was hinter den Werten liegt
  • was bei PCOS im Körper passiert
  • ob PCOS besser werden kann, am Beispiel einer jungen Frau

PCOS ist nicht gleich PCOS. In der naturheilkundlichen Praxis unterscheidet man oft vier PCOS-Typen: Bei einem steht der Blutzucker im Vordergrund, beim zweiten der Stress, beim dritten eine Entzündung und beim vierten die Zeit nach der Pille. Oft mischen sich zwei davon. Was hinter deinem Typ steckt, zeigt sich oft weniger im Laborwert als darin, wie du lebst, was du früh gelernt hast, was du über dich glaubst und wo du alte Verletzungen in dir trägst.

Sich fremd im eigenen Körper fühlen

Vor zwei Jahren kam eine junge Frau zu mir. Sie steckte mitten in Studium und Job und war ständig müde. „Wie drei Tage nicht geschlafen“, beschrieb sie es. In kurzer Zeit hatte sie deutlich zugenommen, ohne anders zu essen. Ihr Zyklus kam unregelmäßig, und ihre Blutungen dauerten lange.

In der Endokrinologie stand der Verdacht auf PCOS im Raum, eine klare Diagnose gab es nicht. Von verschiedenen Seiten bekam sie verschiedene Ratschläge, und sie fühlte sich verloren. Am meisten hat mich in unserem ersten Gespräch ein Satz über ihren Körper berührt:

„Es ist so ein Fremdheitsgefühl, als wäre es nicht mein Körper.“

Schon damals wurde deutlich, wie hoch ihr Anspruch an sich selbst war: Mal machte sie viel zu viel, dann ging gar nichts mehr.

Wenn du dich darin wiederfindest, lohnt sich ein genauer Blick auf deinen PCOS-Typ.

Welche PCOS-Typen gibt es?

Es gibt vier PCOS-Typen: Den Insulin-Typ, den Stress-Typ, den Entzündungs-Typ und den Typ nach der Pille. Beschrieben hat sie die Naturheilkundlerin Lara Briden. Obwohl es sich hierbei um keine offizielle medizinische Einteilung ist, halte ich sie doch für sehr hilfreich. Sie beschreibt genau, was ich in meiner Praxis auch immer wieder sehe: Dass es eben sehr unterschiedliche Arten von PCOS gibt, die auch unterschiedlich behandelt werden müssen. 

Zeichnung: Eine Frau sitzt am Tisch beim Frühstück mit einer Tasse in der Hand.

 

Der Insulin-TypWenn das Gute nicht ankommt
Zeichnung: Eine Frau sitzt mit geschlossenen Augen im Sessel und hat die Hände auf den Bauch gelegt.

 

Der Stress-TypImmer in Bereitschaft
Zeichnung: Eine Frau sitzt am Tisch neben ihrem Teller und schreibt etwas in ein Heft.

 

Der Entzündungs-TypWas sich schwer verdauen lässt
Zeichnung: Eine Frau sitzt auf dem Sofa und schaut in einen Kalender.

 

Der Typ nach der PilleZurück in den eigenen Rhythm

Wenn das Gute nicht ankommt: Der Insulin-Typ

Drei Uhr nachmittags, der Schreibtisch ist voll, und plötzlich führt kein Weg mehr an der Schokolade vorbei. Nach dem Mittagessen könntest du dich am liebsten hinlegen, und das Gewicht sammelt sich vor allem am Bauch. Beim Insulin-Typ hat dein Körper genug Zucker im Blut, aber die Zellen lassen ihn nicht mehr richtig hinein.

Was mir bei Frauen mit diesem Typ oft auffällt: Sie leisten viel und fühlen sich trotzdem leer. Das Gute kommt nicht an, weder in den Zellen noch bei ihnen selbst.

Vielleicht fragst du dich beim nächsten Griff zum Süßen einmal: Ist das gerade Hunger, oder bist du erschöpft und fühlst dich irgendwie traurig oder leer?

Immer in Bereitschaft: Der Stress-Typ

Bei Frauen mit diesem Typ sehe ich häufig, dass sie alles im Griff haben wollen und vieles allein schaffen. Ihr Körper ist ständig in Bereitschaft und reagiert besonders stark auf Druck:

  • Deine Nebennieren bilden dann mehr männliche Hormone.
  • Dein Blutzucker ist oft unauffällig, auch mit Normalgewicht.
  • Dein Zyklus gerät durcheinander, sobald es stressig wird.

Sich auszuruhen, fühlt sich für diese Frauen oft gar nicht sicher an. Als könnte alles zusammenbrechen, sobald sie einmal nicht aufpassen.

Was sich schwer verdauen lässt: Der Entzündungs-Typ

Kennst du Tage, an denen dein Bauch nicht zur Ruhe kommt, deine Haut sich entzündet, die Gelenke steif sind und eine Müdigkeit bleibt, die einfach nicht weggeht? Dann spielt bei dir vielleicht eine Entzündung im Körper mit.

Bei Frauen mit diesem Typ erlebe ich oft, dass sie ihre eigenen Grenzen zurückstellen und Ärger lieber hinunterschlucken, als ihn auszusprechen.

Was hast du in letzter Zeit hinuntergeschluckt?

Zurück in den eigenen Rhythmus: Pillen-Typ

Erst nimmst du jahrelang die Pille. Dann setzt du sie ab, vielleicht weil du dir ein Kind wünschst oder deinen eigenen Körper wieder spüren möchtest. Doch der Zyklus kommt nicht, oder er kommt, wann er will, und die Haut spielt verrückt. Nach dem Absetzen der Pille braucht dein Körper Zeit, um seinen eigenen Zyklus wiederzufinden. Oft geht diese Phase vorüber.

In dieser Zeit erlebe ich oft, dass eine Frau ihrem Körper erst wieder vertrauen lernt, auch wenn es um ihre Fruchtbarkeit und ihr Frausein geht.

Bei der jungen Frau aus meiner Praxis waren es zwei Typen zugleich: Der Insulin- und der Stress-Typ. Welcher Typ bei dir im Vordergrund steht, kannst du in meinem kostenlosen PCOS-Test herausfinden.

Kann Stress PCOS auslösen, auch ohne Insulinresistenz?

Nicht jede Frau, die Stress hat, bekommt PCOS. Stress spielt aber auf jeden Fall eine Rolle, das erlebe ich in meiner Praxis immer wieder. Beim Stress-Typ steht er im Vordergrund, oft ohne Insulinresistenz. Hast du auch schon mal bemerkt, dass dein Zyklus ausbleibt, sobald es stressig wird?

Schlank und trotzdem PCOS

Wenn du schlank bist und dein Blutzucker stimmt, liegt der Stress-Typ nahe. Dann lohnt sich der Blick darauf, was dich ständig in Bereitschaft hält, und ob du dich sicher genug fühlst, um auch einmal loszulassen. Mehr dazu findest du in meinem Artikel über Dauerstress und Hormone.

Was PCOS mit deiner Seele macht

PCOS belastet auch die Seele. Frauen, die mit PCOS zu mir kommen, erzählen mir oft von Ängsten und davon, dass sie sich in ihrem Körper fremd fühlen. Ich erlebe, dass es dabei in beide Richtungen geht. Der innere Druck verstärkt die Beschwerden, und die Beschwerden machen den Druck größer.

Warum bekommt man PCOS?

Die Medizin nennt vor allem zwei Ursachen:

  • Veranlagung: Oft sind auch die Mütter betroffen.
  • Insulin: Der Körper reagiert schwächer darauf und bildet deshalb mehr davon.

In meiner Erfahrung kommt noch etwas Wichtiges dazu: Das, was dein Körper über dich sagt und was in keinem Laborwert steht.

Ernährung, Bewegung und das, was darunter liegt

Ernährung und Bewegung sind wichtig, und ich arbeite auch damit. Ich erlebe aber oft, dass sie erst richtig wirken, wenn sichtbar wird, was darunter liegt. Dann arbeiten wir an der Ursache und nicht nur an den Beschwerden. Deshalb frage ich zuerst: Für wen bist du da? Wann ruhst du dich aus? Was hast du früh über dich gelernt?

Für alle da, nur nicht für sich

Bei der jungen Frau zeigte sich das schnell. Sie war für alle da: Für ihre Familie, für Freundinnen, im Job. „Es überträgt sich dann so, als wäre ich für alles verantwortlich, was mein Gegenüber fühlt“, sagte sie. Echte Pausen kannte sie kaum.

„Ich habe das Gefühl, ich bin nie richtig ausgeruht.“

Je müder sie war, desto strenger wurde sie mit sich selbst.

„Je kleiner die Akkus, desto kritischer werde ich mit mir selbst.“

Kennst du diese innere Stimme, die dir sagt, du seist faul, sobald du dich einmal hinsetzt?

Was passiert bei PCOS im Körper?

Bei PCOS reifen in deinen Eierstöcken viele kleine Eibläschen heran, doch oft kommt es nicht zum Eisprung. Das hat Folgen:

  • Dein Zyklus wird unregelmäßig, oder die Periode bleibt aus.
  • Die Eierstöcke bilden mehr männliche Hormone.
  • Das merkst du vielleicht an unreiner Haut, an Haaren am Kinn oder an deinem Gewicht.

Weil diese Bläschen keine Zysten sind, heißt PCOS seit Mai 2026 auch PMOS.

Etwas reift heran und kommt nicht zur Welt

Für mich ist das auch ein Bild. Eierstöcke, Gebärmutter und Zyklus stehen für mich für Weiblichkeit und Kreativität, für die Kraft, Neues in die Welt zu bringen, Ideen genauso wie ein Kind. Bei Frauen mit PCOS frage ich mich deshalb oft, was in ihnen schon lange heranwächst und keinen Platz bekommt.

In ihrem Leben war es ein Ziel, das sie seit Jahren vor sich herschob, und etwas, das sie früher mit Leidenschaft gemacht hatte. Je näher sie dem Ziel kam, desto mehr bremste sie sich selbst.

„Je näher ich kam, desto langsamer [bin] ich geworden.“

Frauen mit dem Stress-Typ sind oft fast nur im Machen. Weich sein und Hilfe annehmen fällt ihnen schwer. Wie geht es dir als Frau in deinem Körper? Was wächst gerade in dir heran und wartet darauf, dass du ihm Raum gibst?

Kann PCOS besser werden?

PCOS gilt als nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln. Die Beschwerden können sich deutlich verändern, wenn dein Körper und deine Seele zusammen in den Blick kommen. Bei ihr hat das gut ein Jahr gedauert.

Was wir gemacht haben

Wir haben mit Ernährung gearbeitet, mit homöopathischen Mitteln und mit dem, was sie früh über sich gelernt hatte. Später begann sie zusätzlich eine Psychotherapie.

Ein Wendepunkt kam nach einer Sitzung über ihre Familie. Danach sagte sie:

„Ich muss nicht immer allen alles geben.“

Kurz darauf sagte sie zum ersten Mal Nein, und es hatte keine Folgen.

„Das ist ganz überraschend. Das ist auch kein Problem.“

Was sich verändert hat

Der Nebel im Kopf wurde selten, und ihre Energie kam zurück. Ihre Periode wurde kürzer und kam regelmäßiger. Sie nahm ab, nebenbei, so wie wir es am Anfang besprochen hatten.

Sie fand auch zu etwas zurück, das sie lange liegen gelassen hatte, diesmal ohne Leistungsziel.

„So langsam komme ich mir wieder ein bisschen näher.“

Nach einem Jahr war nicht alles gelöst. Den inneren Druck spürt sie noch, und die Suche nach ihrem Platz geht weiter. Dein Weg kann anders aussehen, weil dein Körper und dein Leben anders sind.

Ein erster Schritt für heute

Wenn du zum Stress-Typ tendierst, probier diesen kleinen Schritt aus: Setz dich zehn Minuten hin, ohne Handy. Leg deine Hände auf deinen Unterbauch und atme dorthin.

Welcher PCOS-Typ bist du?

Wenn du wissen möchtest, welcher PCOS-Typ bei dir im Vordergrund steht, mach gerne meinen kostenlosen PCOS-Test. Er dauert zwei Minuten. Du siehst dein Ergebnis sofort, und auf Wunsch schicke ich dir eine ausführliche Auswertung per Mail, damit du weißt, wo du bei dir anfangen kannst.

Jetzt PCOS-Typ testen →

Möchtest du lieber direkt mit mir sprechen? Dann buch dir gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch.

Porträt von Silke Lemhöfer mit ihrer handschriftlichen Unterschrift

Häufige Fragen zu PCOS-Typen

Kann man mehrere PCOS-Typen gleichzeitig haben?

Ja. Oft ist es eine Mischform, zum Beispiel aus Insulin- und Stress-Typ. Die Typen können sich mit der Zeit auch verändern.

Hat man bei PCOS immer eine Insulinresistenz?

Nein. Sie ist häufig, auch bei schlanken Frauen. Beim Stress-Typ und beim Typ nach der Pille steht sie oft nicht im Vordergrund. Ob du eine hast, kann deine Ärztin mit einem Bluttest prüfen. Mehr dazu liest du in meinem Artikel über Insulinresistenz.

Kann man PCOS trotz Normalgewicht oder regelmäßiger Periode haben?

Ja, beides ist möglich. Für die Diagnose zählen dein Zyklus, die männlichen Hormone und das Bild im Ultraschall. Zwei dieser drei Merkmale reichen aus.

Kann PCOS von der Pille kommen?

Nach dem Absetzen der Pille können Beschwerden auftreten, die wie PCOS aussehen. Oft gehen sie vorüber, weil dein Körper erst seinen eigenen Rhythmus wiederfindet.

Kann PCOS von alleine weggehen?

PCOS gilt in der Schulmedizin als nicht heilbar. In meiner Praxis habe ich dagegen durchaus Frauen gesehen, deren Beschwerden deutlich besser geworden oder sogar ganz verschwunden sind und die dann auch mehrere Kinder haben konnten. Wie es bei dir weitergeht, kann dir niemand vorhersagen.

Ist PCOS vererbbar?

PCOS kommt in Familien gehäuft vor. Hat deine Mutter oder deine Schwester PCOS, ist dein Risiko höher. Ein festes Erbmuster gibt es aber nicht. Die Veranlagung wirkt mit dem zusammen, wie du lebst.

Warum heißt PCOS jetzt PMOS?

Seit Mai 2026 heißt das Syndrom international polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom. Die Bläschen in den Eierstöcken sind keine Zysten, und es geht um Hormone und Stoffwechsel im ganzen Körper.

Über die Autorin

Silke Lemhöfer in ihrer Praxis, lächelnd, mit einem Notizbuch in der Hand

Silke Lemhöfer ist Heilpraktikerin und Hormoncoach. Seit über 15 Jahren begleitet sie Frauen, die gegen ihren Körper ankämpfen, zurück zu ihrer Energie und Lebensfreude, ganz ohne künstliche Hormone. Heute arbeitet sie in ihrer Onlinepraxis und mit kleinen Gruppen.

Quellen

Erste-Hilfe-Tasche App – Soforthilfe bei Regelschmerzen und Zyklusbeschwerden

Erste-Hilfe-Tasche für schwere Tage

Elf natürliche Soforthilfen fürs Handy, für die Momente, in denen alles zu viel wird.

HormonBalance Mentoring

Für Frauen, die unter monatlichen Schmerzen, PMS oder Erschöpfung leiden und sich nach Leichtigkeit, Energie und hormoneller Balance sehnen. 

Hier lernst du, deinen Körper zu verstehen, dein Nervensystem zu beruhigen und deinen Alltag so zu gestalten, dass er dich stärkt – nicht erschöpft.

Hormoncheck

Test: Finde in etwa fünf Minuten heraus, ob deine Hormone der Grund sein könnten.

Finde mit meinem Hormoncheck in etwa fünf Minuten heraus, ob deine Hormone im Gleichgewicht sind. Und ich erkläre dir, welche tieferliegenden Ursachen hinter deinen Beschwerden liegen können + Bonus

Hormonbalance Podcast

3-in-1 Meditations Bundle
für Dich & deinen Alltag

Noch mehr Impulse rund um deine Hormongesundheit findest du hier:

Silke Lemhöfer lächelt – Einladung zum Kennenlernen
Nutze jetzt die Gelegenheit für ein kostenfreies Kennenlerngespräch

Lerne mich & meine Arbeit kennen

Nach oben scrollen

Liegt es an deinen Hormonen?

Vierzehn Fragen, etwa fünf Minuten – kostenlos. Am Ende siehst du, in welchem Bereich dein Körper gerade am meisten aus dem Gleichgewicht ist.