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Worum es hier geht
Dein Bauch schmerzt, du spürst die Krämpfe bis in den Rücken und willst nur noch eins: Mit deiner Wärmflasche auf dein Sofa. Trotzdem warten die Arbeit, die Kinder und der ganze Alltag. Vielleicht machst du es dann wie viele Frauen: Du versorgst dich mit ausreichend Ibus für den Tag und machst weiter, Monat für Monat. Doch ist das die Lösung? Hier geht es darum, was bei Periodenschmerzen in deinem Körper passiert, was deine eigene Geschichte damit zu tun haben kann und was dir an Tag Eins hilft, wenn du nicht einfach alles absagen kannst.
Was du in diesem Artikel erfährst
- warum so viele Frauen über ihre Schmerzen hinweggehen
- was bei Periodenschmerzen in deinem Körper passiert
- was du über deine Periode gelernt hast, und von wem
- warum es sich lohnt, deinen Bauch an Tag Eins etwas zu fragen
- was dir an Tag Eins hilft, auch wenn du nicht alles absagen kannst
„Wenn ich meine Tage bekomme, bin ich eigentlich zu nichts mehr gut, aber ich muss natürlich trotzdem durchhalten.“
So hat es mir eine Frau in einem Gespräch beschrieben. Viele Frauen, die zu mir kommen, kennen genau das: Am ersten Tag der Periode krampft der Bauch, manchen tut der Rücken weh, und an Arbeit ist eigentlich nicht zu denken. Trotzdem gehen sie ins Büro, versorgen ihre Kinder und sagen keinen Termin ab. Sie nehmen eine Schmerztablette und machen weiter, und wenn eine nicht reicht, nehmen sie die nächste.

Auch ich hatte jahrelang Periodenschmerzen. Bei fünf Kindern blieb für meinen Körper einfach keine Zeit, und wenn er mich mit seinen Schmerzen aufgehalten hat, hat mich das vor allem geärgert. Also habe ich die Schmerzen weggeschoben und mich dabei stark gefühlt, so als bräuchte ich niemanden, auch meinen Körper nicht.
Erst später habe ich gemerkt: Auf Dauer geht das nicht gut, weder das Durchhalten noch das Wegdrücken. Aber was hilft dann, wenn der Alltag an diesem Tag einfach keine Pause vorsieht?
Periodenschmerzen und trotzdem funktionieren
Wenn du das auch kennst: Schau einmal, wann du anfängst, an deine nächste Periode zu denken.
Schon Tage vorher die Angst
Manche Frauen erzählen mir, dass sie sich schon Tage vorher davor fürchten. „Nach den schlimmen Zyklen hatte ich vor dem letzten wirklich Angst, dass es wieder so ist“, hat mir eine gesagt. Andere haben sich längst damit eingerichtet: „Ich brauche eine ganze Packung Schmerzmittel während der Periode. Anders geht es nicht.“ Wie ist das bei dir?
Ein Satz, den wir früh gelernt haben
Hinter all dem steht ein Satz, den viele von uns schon als junges Mädchen gehört haben: Regelschmerzen sind normal, nimm eine Tablette und mach weiter.
Ich kann gut nachvollziehen, warum er so einleuchtend klingt. Wenn du jeden Tag für alle da bist und den Laden zusammenhältst, ist in deinem Kalender für einen Tag mit Schmerzen kein Platz vorgesehen. Also drückst du den Schmerz weg, bis er im nächsten Monat wiederkommt.
Wenn die Tablette das Einzige ist
Die Tablette ist in Ordnung, wenn du sie brauchst. Schwierig wird es erst, wenn sie das Einzige ist, was dein Körper an diesen Tagen von dir bekommt. Dann tut es für ein paar Stunden weniger weh, aber die Schmerzen kommen immer wieder, weil die Ursache tiefer liegt.
Was bei Periodenschmerzen in deinem Körper passiert
Warum es krampft
Kurz bevor deine Blutung anfängt, bildet die Schleimhaut in deiner Gebärmutter bestimmte Botenstoffe. Sie heißen Prostaglandine. Diese Stoffe sorgen dafür, dass sich deine Gebärmutter zusammenzieht. So kann sich die Schleimhaut lösen und mit der Blutung abfließen.
Das spürst du als Krampf im Unterbauch, manchmal bis in den Rücken oder in die Beine. Je mehr von diesen Botenstoffen dein Körper bildet, desto stärker krampft es. Ist dir am ersten Tag auch manchmal übel, oder hast du Durchfall? Auch das kommt von diesen Botenstoffen, und es passiert genau an dem Tag, an dem du am wenigsten Zeit dafür hast.
Wenn dein Körper sich schon vorher wehrt
Hast du schon einmal bemerkt, dass du dich anspannst, bevor es überhaupt richtig losgeht? Das sehe ich bei Frauen mit starken Schmerzen immer wieder. Dein Körper erinnert sich an den Schmerz vom letzten Monat und macht sich schon mal bereit. Kiefer, Schultern und Bauch werden fest. Und wenn du dann noch unter Druck stehst, werden die Krämpfe oft stärker.

Warum es in manchen Monaten mehr wehtut
Hast du auch schon mal beobachtet, dass es in manchen Monaten viel mehr wehtut als in anderen? Einer Frau habe ich das in einem Gespräch einmal so erklärt:
„Der größte Störfaktor im Hormongeschehen ist Cortisol. Es senkt das Progesteron, das Östrogen kann dominieren und macht diese Schmerzen, auch wenn du sagst, du hast doch eigentlich keinen Stress.“
Cortisol ist ein Stresshormon. Dein Körper bildet es, wenn er unter Druck steht, auch wenn du das selbst gar nicht merkst. Ist viel Cortisol da, bildet dein Körper weniger Progesteron. Das ist das Hormon, das dich in der zweiten Hälfte deines Zyklus ruhiger macht. Fehlt es, bekommt das Östrogen mehr Gewicht. Dann baut sich die Schleimhaut oft dicker auf, und es entstehen mehr von den Botenstoffen, die die Krämpfe machen.

Was du über deine Periode gelernt hast, und von wem
Eine Periode wie ein Gewitter
Wenn eine Frau mit starken Schmerzen zu mir kommt, frage ich nicht nur, wo es wehtut. Ich frage, wie es sich anfühlt. Eine junge Frau hat mir ihre Periode einmal wie ein Gewitter beschrieben: Erst kommt der Donner, der Druck im Bauch, dann kommen die Blitze, die Krämpfe. Als sie mir später erzählte, wie es bei ihr zu Hause zuging, habe ich dasselbe Gewitter wiedererkannt.
So etwas erlebe ich oft. Die Periode zeigt etwas, das im Leben einer Frau schon lange da ist. Und häufig hat es mit dem zu tun, was sie über das Frausein gelernt hat.
Eine Zeit des Loslassens
Für mich ist die Periode eine Zeit des Loslassens. Dein Körper gibt ab, was er einen ganzen Monat lang aufgebaut hat. Und er bittet dich, für ein, zwei Tage langsamer zu werden und dich zurückzuziehen. Erinnerst du dich an den Wunsch, mit der Wärmflasche aufs Sofa zu gehen? Genau das ist er. Wenn du sonst kaum loslässt und dir selten eine Pause gönnst, ist Tag Eins oft der Tag, an dem es am meisten wehtut.
Scham
Und noch etwas sehe ich oft: Scham. Kennst du das, die Binde auf dem Weg zur Toilette im Ärmel zu verstecken? Oder zu sagen, du hättest Kopfschmerzen, obwohl es der Bauch ist?
Was du von deiner Mutter mitbekommen hast
Viele von uns haben bei der eigenen Mutter gesehen, wie diese Tage aussehen: Zähne zusammenbeißen und weitermachen, ohne ein Wort darüber zu verlieren. Andere haben gehört, dass es vor allem anstrengend ist, eine Frau zu sein, oder dass Weinen schwach macht.
Wie hat deine Mutter über ihre Periode gesprochen? Hat sie überhaupt darüber gesprochen? Und was hast du darüber gelernt, eine Frau zu sein: etwas, worauf du stolz sein kannst, oder etwas, das du besser für dich behältst?
Wenn Grenzen nicht geachtet wurden
Bei manchen Frauen hängt der Schmerz auch mit Erlebnissen zusammen, bei denen ihre Grenzen nicht geachtet wurden, manchmal ist das lange her. Darüber sprechen nur wenige Frauen. Wenn dich dieser Satz beim Lesen berührt, nimm das ernst. Du musst damit nicht allein bleiben.
Ich sage damit nicht, dass deine Schmerzen daher kommen. Ich lade dich nur ein, einmal hinzuschauen.
Was dir an Tag Eins helfen kann
Die meisten von uns reden mit ihrem Bauch an Tag Eins nur in einem Ton: Hör auf, ich habe keine Zeit für dich. Was wäre, wenn du ihn stattdessen einmal fragst, was er gerade braucht? Oft ist die Antwort ganz einfach: Wärme und ein Tag mit weniger auf der Liste.
- Fang mit der Wärme an, bevor es richtig wehtut. Wärme hilft den Muskeln im Bauch, weicher zu werden. Wenn du merkst, dass deine Periode heute oder morgen kommt, leg dir morgens schon eine Wärmflasche auf den Unterbauch. Für das Büro gibt es Wärmepflaster, die du unter die Kleidung klebst. Und trink etwas Warmes. Eine Frau hat mir erzählt: „Ich trinke die ganze Zeit Tee, auch davor und danach, und ich brauchte bis jetzt noch kein Ibuprofen.“
- Nimm dir Raum und streich etwas von deiner Liste. Schau in deinen Kalender, wann deine nächste Periode ungefähr kommt, und ob du an diesem Tag etwas verschieben kannst. Manches Treffen geht auch per Video, und manchmal kann jemand anderes die Kinder abholen. Überleg dir morgens, was heute wirklich sein muss, und lass den Rest liegen. Die Wäsche und die Mails sind morgen auch noch da.
- Leg eine Hand auf deinen Bauch und frag ihn, was er braucht. Wenn der Krampf kommt, atme ein paar Mal langsam aus, jedes Mal etwas länger als beim Einatmen, auf dem Sofa genauso wie im Büro auf der Toilette. Lass Kiefer und Schultern dabei locker werden. Und dann frag deinen Bauch: Was brauchst du gerade? Nimm die erste Antwort ernst, auch wenn sie dir unpraktisch vorkommt.
Die Tablette musst du dafür nicht weglassen. Wärme, eine Stunde Ruhe und ein kürzerer Tag kommen einfach dazu.
Wenn die Schmerzen so stark sind, dass auch Tabletten kaum noch helfen, oder wenn sie von Jahr zu Jahr schlimmer werden, lass das bitte bei deiner Frauenärztin abklären. Dahinter kann zum Beispiel eine Endometriose stecken.
Wenn die Schmerzen jeden Monat wiederkommen
„Regelschmerzen sind normal“, sagen viele. Ja, Krämpfe am ersten Tag kennen sehr viele Frauen. Doch wenn sie dich jeden Monat für ein, zwei Tage aus deinem Leben nehmen, ist das kein Preis, den du für dein Funktionieren zahlen musst.
Woher die Schmerzen kommen
Wärmflasche und Tablette bringen dich durch den Tag. Woher die Schmerzen kommen, beantworten sie nicht. Manches davon kannst du allein entdecken, wenn du dir die Fragen von oben stellst. Anderes zeigt sich erst, wenn jemand mit dir hinschaut.
Das Ziel ist, dass deine Periode wieder etwas wird, das du einplanen kannst, ohne dich schon Wochen vorher davor zu fürchten. Und dass du an Tag Eins wieder mehr kannst als nur durchhalten.
Wenn du dir Unterstützung wünschst
Wenn du dir dafür Unterstützung wünschst, lade ich dich gerne zu meinem Workshop ein, damit du für deinen nächsten Zyklus einen Plan hast, der mehr ist als die Tablette.
Workshop: Schmerzen bei der Periode
Dienstag, 13. Oktober 2026, 19:30 bis 21:00 Uhr · live über Zoom · 79 €
An diesem Abend schauen wir uns gemeinsam an, was bei Regelschmerzen in deinem Körper passiert und was dein Alltag damit zu tun hat. Ich stelle dir die natürlichen Mittel vor, die ich in meiner Praxis einsetze. Und du bekommst ein Handout für deinen nächsten Zyklus, damit du schon vorbereitet bist, bevor der erste Krampf kommt.
Anmelden kannst du dich bis Samstag, 10. Oktober, 20 Uhr.
Und wenn du magst, schreib mir gerne, wie es dir an deinem ersten Tag geht.



